Schröpftherapie am Pferd und Hund

Seit über 5.000 Jahren wird das Schröpfen von Menschen eingesetzt, um verschiedene Beschwerden zu lindern und zu heilen. Bis heute erfreut sich die Schröpftherapie auch im Sportbereich großer Beliebtheit, allerdings war dies bisher nur an haarloser Haut möglich. Durch intensive Forschung an elektrischen Veterinärschröpf-therapiegeräten kann die positive Wirkung nun auch am Pferd und Hund zur Heilung genutzt werden.

Schröpfen am Tier?

Bei der Schröpftherapie wird eine Glasglocke verwendet, welche als Aplikator für die Haut dient. Dabei wird im Glas ein Unterdruck erzeugt, entweder durch vorheriges Erhitzen der Luft im Glas oder durch eine manuelle Luftpumpe oder einen Regler. Dieses Vakuum saugt die Haut an, löst diese vom restlichen Gewebe und saugt auch untere Schichten wie Faszien, Fettzellen oder ähnliches an. Durch diesen Unterdruck im Gewebe wird der Stoffwechsel in den Zellen stark beschleunigt, die Durchblutung schießt sofort in die Höhe. Daher eignet sich die Therapie vor allem bei deutlich unterversorgtem Gewebe, wie verspannten und verklebten Faszien, übersäuerten Muskeln oder Narbengewebe, in denen der Stoffwechsel zum Stillstand gekommen ist.

Im Humanbereich reicht der einmalige Unterdruck aus, um Haarlose Haut in das Glas zu saugen. Beim Tier funktioniert das leider nicht. Daher musste lange experimentiert werden, ein Gerät zu entwickeln, was den Unterdruck ständig neu erzeugt und ihn nicht durch Haare entweichen lässt.

Welche Prozesse laufen während der Schröpftherapie im Gewebe ab?

Hautverformung

Während das Schröpfglas aufgesetzt ist, wird eine Hautfalte in das Glasinnere gezogen – es entsteht ein starker Zugreiz. Am Glasrand gibt es ähnlich wie bei einer Massage einen Druck auf die Hautoberfläche. Seitlich dieser Zonen wirken starke Scherkräfte auf das Gewebe. Im gesamten Bereich reagiert das Nervensystem auf die mechanischen Reize.

1.

Ausschüttung von Gewebshormonen

Durch die Reize werden Gewebshormone wie Histamin freigesetzt, welches die Blutgefäße erweitert und die Durchlässigkeit von Wasser und Eiweiß verbessert.

2.

Passive Hyperämie

Der Unterdruck setzt sich bis in tiefe Gewebegeschichten fort – es entsteht eine passive Hyperämie, aus allen Richtungen wird venöses Blut und Lymphe in Richtung Schröpfkopf gezogen.

3.

Reaktive Hyperämie

Nach der passiven Hyperämie kommt es im behandelten Bereich zu einer reaktiven Hyperämie – Durchblutungssteigerung als Reaktion des Körpers auf die physikalische Einwirkung.

4.

Reflektorische Schmerzhemmung

Man nutzt die Nervenleitbahnen in Hautzonen, welche mit entsprechenden Muskeln verbunden sind. Durch das komplizierte Prinzip der Gegenreizung/Counter-Irritation kommt es während der Schröpftherapie durch den Überreiz zu einer starken Verkrampfung der zugehörigen Muskelzellen, welche sich nach dem Schröpfen reflektorisch entspannen und Schmerzen gehemmt werden.

5.

Stoffwechselsteigerung

Durch die oben beschriebene passive und reaktive Hyperämie kommt es kurz nach dem Schröpfvorgang zu einer übermäßigen Versorgung des gesamten Areals bis in tiefere Schichten. Dabei werden alle Stoffwechselvorgänge stark gesteigert.

6.

Reflektorische Beeinflussung der Organe

Wie bei der reflektorischen Schmerzhemmung wird auch über die Head’schen Zonen auf der Haut ein übermäßiger Reiz an die zugehörigen Organe weitergeleitet, welcher zu einer reflektorischen Entspannung und Schmerzhemmung führt.

7.

Worin liegt der Unterschied zu einer herkömmlichen Massage?

Bei einer Massage werden verspannte Muskelfasern durch verschiedenste Grifftechniken gelöst. Alle Techniken haben dabei gemein, dass mit einem Druck von außen auf das Gewebe eingewirkt wird. Sicher hat jeder schon einmal eine manuelle Therapie in der Physiotherapie erlebt und weiß, dass dies gerade bei starken Verspannungen unangenehm werden kann. Natürlich muss man damit bei den Pferden immer vorsichtig heran gehen und darf dem Patienten dabei niemals Schmerzen zufügen, denn die Tiere können ja nicht ahnen, dass es zwar jetzt kurz schmerzt, morgen aber deutlich besser ist.

Bei der Schröpftherapie wirken hingegen vorrangig Zugreize auf das Gewebe. Unter dem aufgesetzten Glaskörper wird das Gewebe durch Unterdruck angesaugt und damit stark lokal aufgedehnt. Damit lösen sich verspannte Muskelfasern deutlich schneller als mit herkömmlichen Massagegriffen. Verklebte Faszien werden zudem einfach angehoben und problemlos voneinander gelöst.

Die Nachwirkungen wie erhöhter Lymphfluss, Durchblutung und Stoffwechsel sind beim Schröpfen dabei ähnlich wie bei der manuellen Massage. Durch das erzeugte starke Vakuum passieren diese Prozesse jedoch deutlich schneller und in größerem Umfang.

Risiko und Nebenwirkungen der Schröpftherapie

Durch das Schröpfen wird das behandelte Gewebe sehr aufgewühlt und angeregt. Bei langer lokaler Anwendung kann es zudem zu Einblutungen im Gewebe kommen, die grundsätzlich beim Schröpfen erwünscht sind, da Sie die Wirkungen in dem Gebiet maximieren.

  • Deshalb kann es sein, dass die Pferde in den folgenden ein bis zwei Tagen an den geschröpften Stellen etwas berührungsempfindlich sind. Daher sollte man die Tiere nicht weiter beanspruchen und einfach mal auf das Putzen oder auf Ausrüstung in diesen Bereichen verzichten.

  • Einige Pferde sind nach der Behandlung deutlich erschöpft. Gerade Tiere mit starken Verspannungen und Faszienverklebungen ruhen oft am Behandlungstag und am darauffolgenden Tag mehr als gewöhnlich.

  • Bei Pferden mit sehr empfindlicher Haut, häufig Füchsen oder Schimmeln, kommt es zudem selten zur Bildung von kleinen Pusteln unter der Haut, welche durch die übermäßigen Prozesse im Gewebe entstehen. Diese bilden sich in der Regel nach wenigen Stunden oder einem Tag wieder zurück, wenn sich die Haut beruhigt.

Ihr Therapeut vor Ort:

Pferdetherapie Diana Landskron

Deutschland - 02826 Görlitz

Tel.: + 49 162 7804801

E-Mail: info@pferdetherapie-landskron.de

Web: www.pferdetherapie-landskron.de

TCM_PHYSIO_PraxisLogo-1.png

Indikationen

 

Die Schröpftherapie wird zur Minderung und Heilung verschiedenster Erkrankungen oder Zustände zur Hilfe gezogen:

 

  • Muskelverspannungen

  • Faszienrestriktionen

  • Hämatome und Ödeme

  • Atemwegserkrankungen

  • Erkrankungen der Organe

  • Kissing Spines

  • Arthrose

  • Unbewegliches Narbengewebe

Direkt zum Hersteller:

Logo_Schröpfmaster.jpg

Schröpfmaster e. U.

Österreich - 2514 Traiskirchen

Tel.: + 43 660 2003060

E-Mail: info@schroepfmaster.at

Web: www.schroepfmaster.at

Artikel und weitere Informationen

  • Fachzeitschrift Tierheilpraktiker Aktuell - Ausgabe 01/2019

  • Magazin PferdesportJOURNAL - Ausgabe 05/2019

  • Magazin MEINPferd - Ausgabe 06/2019

  • Fachzeitschrift Tierisch geheilt - Ausgabe 03/2019

Sicher dir jetzt deinen

50 € Gutschein

mit dem Code #SCHROEPFMASTER50

TCM & Physio Praxis Alexandra Wolf

Schweiz

Tel.: 079 8314338

E-Mail: office@wolf-tiershiatsu.ch

Web: www.wolf-tiershiatsu.ch