© 2019 Pferdetherapie Diana Landskron

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Ist der Wirbel ausgerenkt?

Die Brustwirbelsäule des eigenen Pferdes. Wie sieht das Ding eigentlich aus und worauf sitze ich hier eigentlich als Reiter? Ein paar Bilder und Beschreibungen aus dem Pferdeinneren.

Kaum ein Reiter weiß, wie die Anatomie des eigenen Tieres funktioniert. Im heutigen INSIDEOFTHEHORSE-Beitrag geht es daher mit Knochenbildchen und Beschreibungen mal an die Brustwirbelsäule unseres Sportpartners. Mit den folgenden Fotos lässt sich der Aufbau, die Besonderheiten und auch Anfälligkeiten für Blockaden und Erkrankungen leicht erklären.


Die Wirbel der Brustwirbelsäule haben beim Pferd sehr lange knöchernde Fortsätze nach oben, die sogenannten Dornfortsätze. Diese bilden beim Pferd die Rückenlinie und vorallem den Teil, auf dem der Reiter sitzt. Die Brustwirbelsäule im Wideristbereich ist daher nicht deutlich höher, sondern hat nur längere Dornfortsätze, die den kräftigen und festen Widerrist ausprägen. Der erste Brustwirbel nach der Halswirbelsäule hat im Übergang einen sehr viel kürzeren Dornfortsatz, als die folgenden Widerristwirbel.


Hängt die Brustwirbelsäule nach unten durch, steht also in Streckung, kommt es schnell zu Kissing Spines. Diese können erworben (durch falsches Training oder Traumen) oder erblich bedingt sein. Woran ihr eine durchhängende Brustwirbelsäule erkennt, was Ursachen und Folgen sein können, lest ihr in meinem Blogbeitrag zum Rumpftragemuskel.


Auf den Fotos sieht man im hinteren Teil ebenfalls das Gegenteil - die Wirbelsäule ist nach oben gedrückt, steht in Kyohose und bildet damit optisch den Karpfenrücken. In beiden Fällen ist die Beweglichkeit der Wirbelkörper zueinander eingeschränkt und damit die Durchlässigkeit im Rücken.


Oft wird berichtet, das Pferd habe sich einen „Wirbel ausgerenkt“ oder „verschoben“. Die Einblicke in den Aufbau einer Wirbelsäule und Vorallem die Darstellung des Rückenmarkskanals machen klar, dass eine Blockade in der Realität anders aussehen muss, wenn das Pferd noch lebt. Oft rufen die Besitzer den Therapeuten zu einem "akut ausgerenkten Wirbel" der sich in einem Huckel auf der Wirbelsäule optisch darstellt. In der Regel sind das keine Blockaden im Wirbel selbst, sondern oft Schwellungen auf dem Rückenband, welches auf den Dornfortsätzen liegt, oder eine knöchernde Zubildung eines Dornfortsatzes selbst. Diese können leicht durch Traumen (z.B. Schlag eines anderen Pferdes, z.B. beim Spielen unter Hengsten durch Hufe) oder längere Reizungen des Rückenbandes an einem bestimmten Punkt entstehen (z.B. Sattel).


Tatsächlich bezeichnet eine Blockade die Einschränkung eines Wirbels in seiner eigenen Bewegung oder der Bewegung zu dem benachbarten Wirbel. Dieses kann durch Rotationen oder geringe Verschiebungen entstehen. In der aktiven und passiven Bewegung ist dann nicht mehr das volle Bewegungsausmaß von 100 Prozent in die natürlichen Richtungen möglich. Auf den Fotos ist dies an den leicht Rotierten Dornfortsätzen erkennbar.



Schon eine geringgradige Blockade im Bewegungsspiel kann die Durchtrittslöcher an jedem Wirbel für Nerv, Blut- und Lymphgefäße verengen und damit zu gesundheitlichen Problemen im gesamten Körper und vorallem an den Organen führen.



Gleichzeitig wird durch diese Bilder aber deutlich, wie Filigran ein Osteopath oder Chiropraktiker am Wirbel arbeiten muss, denn die Bewegung misst keine cm sondern manchmal nur Milimeter.


Fotos: © Pferdetherapie Diana Landskron